Auszubildende der Unternehmensgruppe Freudenberg fertigen Kunstobjekte auf dem Universitätsplatz in Heidelberg

Fortan bestimmte der 26. Juni das Denken und Handeln des Anlagenmechanikers im dritten Lehrjahr. Unter seiner Regie sollten bis zu diesem Datum 18 zwei Meter hohe Großbuchstaben aus Baustahl entstehen. Jeder einzelne mehr als 100 Kilo schwer, stabil und wetterfest. Vor dem großen Hörsaalgebäude der Universität Heidelberg werden die stählernen Buchstaben in der Fettschrift „Sylfen Bold" befestigt und bis September für ein groß angelegtes Spendenprojekt für die älteste deutsche Universität werben. Die sieben Vokale und elf Konsonanten geben die Inschrift über dem Portal des zentralen Vorlesungsgebäudes wieder: „Dem lebendigen Geist".
Bis zur 625-Jahresfeier im Jahr 2011 soll das Gebäudeensemble der Neuen Universität renoviert werden. Neben äußeren Baumaßnahmen an den Fassaden- und Dachflächen sollen auch die Innenbereiche in zeitgemäßem Licht erstrahlen, besonders die Veranstaltungsbereiche. Im Zuge der Sanierung werden die Gebäude auch medien- und brandschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht. Die Kosten für die Umbauarbeiten belaufen sich auf mindestens acht Millionen Euro. Das Land stellt drei Millionen Euro Unterstützung in Aussicht, falls die übrigen fünf Millionen Euro durch Sponsoren gedeckt werden.
„Er war gar nicht mehr zu bremsen", beschreibt Dr. Rainer Kuntz, Leiter Ausbildung, den Elan, mit dem Kaupa seine Aufgabe anging. Dabei war von Anfang an viel „lebendiger Geist" zunächst in Form eines konkreten Projekt- und Produktionsplans gefragt. Die zahlreichen Vorarbeiten mündeten in einer Präsentation vor der Freudenberg-Unternehmensleitung (UL). Die war von seinen Fähigkeiten überzeugt und schenkte Kaupa als Projektleiter das Vertrauen. Wöchentlich unterrichtete er fortan die UL über den Fortgang der Arbeiten, über seine Gespräche mit den Verantwortlichen der Uni, über die erreichten Zwischenziele, über Risiken und die nächsten Schritte. Durchgängig verdeutlichte eine grüne Ampel am oberen Papierrand seiner Berichte, dass alles planmäßig verläuft.
Zwei dicke Aktenordner füllt die Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte, die notwendig waren, um aus Stahlplatten rote Großbuchstaben entstehen zu lassen. Kaupa musste mit spitzem Bleistift kalkulieren, Angebote einholen, Verhandlungen und Abstimmungsgespräche führen. Wie gelangen die fertigen Buchstaben nach Heidelberg? Wie lassen sich Transportschäden verhindern? Ab wann können wir sie auf dem Uniplatz installieren? - so lauteten einige der unzähligen Fragen, die bis zuletzt zu klären waren.
Natürlich brauchte der 20-Jährige das Projekt nicht alleine zu schultern. Die Ausbil-dungsverantwortlichen von Freudenberg unterstützten ihn mit Rat und Tat. Teilaufgaben, zum Beispiel das Wasserstrahlschneiden der Stahlplatten, musste Kaupa aus technischen Gründen an Externe vergeben.
In den Wochen davor musste Kaupa - beispielsweise mit dem Schweißgerät oder der Schleifmaschine - auch unzählige Stunden sein handwerkliches Können demonstrieren. „Das alles hat sehr, sehr viel Spaß gemacht. Und ich habe sehr viel gelernt", bilanziert er rückblickend.
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