Unternehmensgruppe Freudenberg

Soziale Verantwortung

Soziale Verantwortung hat eine wichtige und beachtliche Tradition in der Familie und wird aus der Erkenntnis genährt, dass man Wohlstand, Bildung und Ansehen nicht sich selbst allein verdankt, sondern dem Zusammenwirken und der Arbeit aller Mitarbeiter im Unternehmen. Schon der Firmengründer Carl Johann und seine Frau Sophie Freudenberg brachten dies zum Ausdruck, als sie einen Unterstützungsfonds zu ihrer Goldenen Hochzeit mit der Wertschätzung der gemeinsamen Arbeit aller Mitarbeiter begründeten. 

In diesem Sinn haben die Generationen die Verantwortung für die Fabrik und die Menschen, die darin arbeiteten, weitergegeben. Die Söhne versuchten, diesem Anspruch gerecht zu werden, indem sie die sozialen Einrichtungen und Leistungen vermehrten und den Bedürftigen zugänglich machten. In den letzten Jahrzehnten wurden besonders das Wohneigentum der Mitarbeiter, die Ausbildung der Jugend und die Integration benachteiligter Gruppen gefördert. Auch in Zukunft gilt die Förderung besonders der Jugend, daneben gibt es Hilfe für unverschuldet in Not geratene gegenwärtige und ehemalige Mitarbeiter. 

Überblick über freiwillige Sozialleistungen

Bereits vor der gesetzlichen Einführung 1884 bestand eine Krankenkasse. Bis 1874 lieferte der Posten der Strafgelder für Verstöße gegen die Fabrikordnung die Mittel. Von 1874-1884 war der Krankenkassenverein freiwillig. Ab 1884 galten die Reichsgesetze. Bis 1920 gingen weiter alle Strafgelder an die Krankenkasse.

  • 1889
    In Schönau gründet Johanna Freudenberg eine Diakonissen-Krankenpflegestation.
  • 1893
    Bau eines Kindergartens in Schönau und Schenkung an die Kirchgemeinde Schönau durch Friedrich Carl Freudenberg.
  • 1894
    Anlässlich der Goldenen Hochzeit gründen Carl und Sophie Freudenberg einen allgemeinen Unterstützungsfonds für in Not geratene Mitarbeiter und deren Familien mit einem Kapital von 100.000 Goldmark und einem Ertrag von 6.500 Goldmark p.a.
  • 1902
    Schenkung eines städtischen Wannenbades an Schönau.
  • 1903
    Friedrich Carl Freudenberg stiftet den Aufbesserungsfonds mit einem Kapital von 100.000 Goldmark mit einem Ertrag von 4.000 Goldmark p.a. Er gewährte Arbeitsinvaliden eine kleine Firmenrente.
  • 1904
    Zu ihrer Silbernen Hochzeit stiften Hermann Ernst und Helene Freudenberg einen Witwen- und Waisenfonds mit einem Kapital von 150.000 Goldmark. Witwen sollen 200 M. p.a. und Waisen 50 M. p.a. erhalten.
  • 1905
    Die Firma gründet eine Ergänzungskasse für die Mitarbeiter, für welche sie die Beiträge allein trägt.
  • 1914
    Am Tag der Mobilmachung des Ersten Weltkrieges gründete Hermann Ernst Freudenberg einen Unterstützungsfonds für die Familien der zum Kriegsdienst eingezogenen Männer. Pro Mann und Tag zahlte die Firma 1 Goldmark ein. Die Belegschaft schloss sich mit freiwilligen Leistungen an.
  • 1918
    Richard Freudenberg entwirft den "Dienstprämienvertrag", eine verzinsliche Beteiligung der Arbeiter am Kapital der Firma. Bis 1929 durften die Arbeiter eintreten. Danach wurden keine Verträge mehr abgeschlossen, die Zinsen wurden aber bis zum Tode des letzten Vertragspartners 1992 ausgeschüttet.
  • 1924
    Nach dem Ende der Inflation und der Währungsreform werden die Reste der Stiftungen zusammengeführt und der Betriebskrankenkasse zur Verwaltung übergeben.
  • 1938
    Zum 90. Geburtstag von Friedrich Carl Freudenberg stiften die Gesellschafter der Stadt Weinheim einen Fonds, die Carl Freudenberg-Stiftung, zur Förderung der Jugend, die 1940 aus dem Nachlass von Helene Freudenberg nochmals bedacht wird.
  • 1942
    Zu seinem 50. Geburtstag stiftet Richard Freudenberg der Stadt Weinheim 100 000 RM zum Bau eines Hallenbades. Zum gleichen Zweck spenden Walter und Annie Freudenberg im Jahre 1948 nochmals die gleiche Summe zum 50jährigen Arbeitsjubiläum von Walter Freudenberg.
  • 1949
    Zum 100jährigen Firmenjubiläum stiften die Gesellschafter die Wohnbauhilfe. Zusätzlich werden an die Städte Weinheim und Schönau zwei Stiftungen mit 10-jähriger Laufzeit zur Unterstützung bedürftiger Bürger vergeben.
  • 1957
    Zum 100. Geburtstag von Meister Georg Böhler wird ein Preis für die Absolventen der Berufsschulen gestiftet. Er wurde bis 1970 vergeben.
  • 1958
    Zu seinem 70. Geburtstag stiftet Hans Freudenberg die Heiner- und Walter-Freudenberg-Stiftung zur Förderung begabter Jugendlicher. Sie lief von 1960 bis 1978.
  • 1962
    Die Gesellschafter stellen Richard Freudenberg zum 70. Geburtstag die Summe von 500 000 DM mit einer Laufzeit von 10 Jahren für Projekte seiner Wahl zur Verfügung.
  • 1985
    Das neue Rentenwerk zur Regelung der von der Firma gewährten Betriebsrenten tritt in Kraft.
  • 1985
    Einige Gesellschafter errichten mit einem Kapital von ca. 3 Mio. DM die Freudenberg-Stiftung. Diese Stiftung ist Kommanditistin der Firma. Sie soll die Integration und Förderung benachteiligter Gruppen und kulturelle Projekte unterstützen.
  • 1990
    Die Gesellschafter stiften mit einem Kapital von 10 Mio. DM die Unterstützungskasse Carl Freudenberg e.V. für in Not geratene Mitarbeiter und zur Zahlung von Sterbegeld.
  • 1999
    Aus Anlass des 150-jährigen Firmenjubiläums startet das Unternehmen das Jugend-Programm TANNER, mit dem Kinder und Enkel von Mitarbeitern weltweit an die Standorte von Freudenberg reisen können und bei Familien von Mitarbeitern zu Gast sind. Außerdem stellt die Firma der Stadt Weinheim eine Summe zur Renovierung der Stadthalle zur Verfügung, die zwei Drittel der Kosten abdeckt.
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